26. Januar 2012

[Rezi] "Herr Jensen steigt aus" von Jakob Hein

In diesem kleinen, schmalen Büchlein geht's um den ungelernten Postboten, der nach über 10 Jahren bei der Post in seinem Traumberuf arbeitslos wird. Nach und nach entscheidet er, sich aus dem Leben zu verabschieden ... kein Fernsehen mehr zu sehen, kein Radio zu hören, keine Zeitungen zu lesen und sich an keine Konventionen zu halten.


Interessantes Büchlein, daß zum Nachdenken anregt. Den Protagonisten kann man durchaus verstehen.

[Rezi] "Ich bin hier bloß die Katze" von Hanna Johansen

Nette kleine Geschichte aus der Sicht der Katze Ilsebill, die seit neuestem auch noch einen Hund zu ihrer Familie zählen muss. Kein literarisches Meisterwerk, aber als Katzenbesitzer ganz witzig zu lesen, da man einige Katzenverhaltensweisen wiedererkennt und so mal aus der Sicht des Haustiers beschrieben bekommt.

Das Büchlein ist außerdem mit zahlreichen niedlichen Zeichnungen versehen, die die Geschichte gut unterstreichen.
Es gibt wohl auch ein entsprechendes Buch über einen Hund und auch ein Weihnachtsbuch zur Katze. Beide Bücher kenne ich nicht, aber zumindest das Katzenbuch wandert mal auf meine Wunschliste! :)

[Rezi] "Schoßgebete" von Charlotte Link

Hauptfigur des Romans ist Elisabeth, die mit ihrem Mann und der kleinen Tochter zusammen lebt und 3mal die Woche zur Therapie bei einer Psychologin geht. Sie ist immer kontrolliert, scheinbar immer auf der Hut und kann sich nur beim Sex mit ihrem Mann wirklich fallen lassen, sich frei fühlen. Das Verhältnis zu ihrere Mutter, von der sie sich losgesagt hat und der Unfall kurz vor der Hochzeit mit ihrem Ex-Freund, bei dem ihre Geschwister sterben, beschäftigen Elisabeth sehr und sie macht sich ständig Gedanken über alles, was schieflaufen kann oder schon schiefgelaufen ist.


Im Vergleich zum ersten Buch von Charlotte Roche "Feuchtgebiete" hat mir dieses Buch besser gefallen, wohl auch wegen der autobiographischen Züge. Ich konnte Elisabeth teilweise gut verstehen, ihre Denkweisen nachvollziehen und fand es sehr angenehm, daß die Sex-Szenen, die bei "Feuchtgebiete" doch sehr im Vordergrund standen, in diesem Buch nur vereinzelt auftauchen. Der Schreibstil ist mir etwas zu "plump", zu "einfach", aber dadurch auch recht leicht zu lesen.

8. Januar 2012

[Rezi] "Herrschaft der Alten" von Alfred Bekker

Deutschland im Jahr 2100 und es gibt kaum noch Jugendliche im Land, stattdessen bestehen 3/4 der Bevölkerung aus Alten und Uralten und die Jugendlichen werde für die Pflege und Versorgung der Alten eingespannt. Der 17jährige Benn und seine 3 Freunde wollen das Land verlassen und planen ihre Flucht.

Normalerweise sind solche Zukunftsgeschichten nicht wirklich mein Ding, aber dieses Buch hat mich positiv überrascht. Gut zu lesen, vorstellbare Zukunftsvisionen und eine interessante Geschichte machen dieses Buch echt lesenswert. Ich kam an einigen Stellen an's Überlegen, ob bzw. wie es 2100 in Deutschland aussieht und abläuft und ich finde, der Autor, hat das gut vorstellbar beschrieben und ab und an auch Dinge eingeflochten, die zur Zeit aktuelle sind. So berichtet Benn einmal, daß er irgendwo gehört hat, daß "früher" Menschen mit ihremn Handy laut telefonierend durch die Straßen gegangen sind ... kann er sich 2100 gar nicht mehr vorstellen.
Der Großteil der Geschichte besteht allerdings aus der Planung der Flucht und der Beschreibung des Alltags im Jahr 2100 und ich habe gegen Ende immer drauf gewartet, daß es endlich in Sachen Flucht zum Thema geht. Für meinen Geschmack hätte noch mehr Spannung aufgebaut werden können bzw. die Flucht und ihr Ausgang ausfürlicher beschrieben werden können, es war jetzt nämlich nicht so, daß mich die Geschichte extrem gefesselt hätte. Aber das Ende fand ich doch "rund" und stimmig, so daß ich dieses Buch durchaus weiterempfehlen kann.
Das Buch ist auch als Klassenlektüre ab dem 7.Schuljahr angegeben und für Leser ab 12 geeignet ... aber auch erwachsenen Lesern wird das Taschenbuch gefallen.

Vielen Dank an den Verlag Edition Zweihorn 
für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.